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Tipps
Gastronomie 2026: 9 Experten über die größten Herausforderungen – und was jetzt zu tun ist
Nach vielen Jahren als Gastronom baut Jan Eidemüller seit 2023 die Plattform LUSINI Digital der LUSINI Group auf. Zudem ist er TÜV-zertifizierter "Digital Professioional in der Gastronomie", regelmäßig als Speaker und Podcast-Gast im Einsatz und ein echter Fan von einem guten digitalisierten Prozess.
Autor
Ein Blick in die Zukunft der Gastronomie
Das Jahr 2026 ist bereits in vollem Gange und mit ihm zahlreiche Veränderungen, die die Gastronomiebranche vor neue Herausforderungen stellen. Mehrwertsteuersenkung, Mindestlohnanpassungen, fortschreitende Digitalisierung, neue gesetzliche Anforderungen: Die Liste ist lang, und jeder Betrieb muss sich fragen, wie er sich für die Zukunft aufstellt.
Doch was sind die wirklich entscheidenden Themen? Wo sollten Gastronomen jetzt ihre Aufmerksamkeit und Ressourcen investieren? Um diese Fragen zu beantworten, haben wir führende Köpfe aus der Branche gefragt: Was ist aus eurer Sicht die größte Herausforderung für die Gastronomie im Jahr 2026?
Die Antworten sind so vielfältig wie die Branche selbst. Von strategischer Weitsicht über digitale Transformation bis hin zu wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Eines haben sie gemeinsam: Sie zeigen konkrete Ansatzpunkte, an denen jeder Betrieb arbeiten kann.
9 Experten, 9 Perspektiven – Die Herausforderungen der Gastronomie 2026
Wir haben führende Köpfe der Branche gefragt, was aus ihrer Sicht die größte Herausforderung für die Gastronomie im Jahr 2026 ist. Ihre Antworten zeigen: Die Themen sind vielfältig, doch eines verbindet sie alle – sie bieten konkrete Ansatzpunkte zum Handeln.
Jetzt nicht zurücklehnen
Markus Wessel, Gründer von Küchenherde.com, Digitalisierungs-Experte, Podcaster
Die größte Herausforderung 2026? Dass wir uns jetzt nach der Mehrwertsteuersenkung nicht zurücklehnen. Viele atmen gerade durch – zu Recht! Aber wer jetzt nur durchschnauft, verpasst die Chance, sich für die nächsten Wellen zu wappnen. Ob steigende Energiepreise, neue Lohnanpassungen oder unvorhergesehene Marktveränderungen – die nächste Herausforderung kommt sicher. Darum gilt es, das gewonnene Potenzial zu nutzen: Zeit wie Geld sollten jetzt in die Digitalisierung von Prozessen, die Stärkung von Strukturen und die Weiterentwicklung der Teams fließen. Jetzt ist die Zeit, das Fundament zu legen, bevor es wieder stürmisch wird.
Digitalisierung, aber pragmatisch
Prof. Dr. Sandra Bayer, Chief Anchor Officer bei anker & alpen Consulting GmbH
2026 entscheidet sich Digitalisierung nicht an der Anzahl eingesetzter Tools, sondern an spürbarer Entlastung im Betrieb durch die Verwendung der auf den Betrieb abgestimmten Systeme. Aus meiner Sicht braucht es integrierte Systeme statt Insellösungen, denn Kasse, Reservierung, Dienstplan und Warenwirtschaft müssen miteinander sprechen, damit die gesammelten Daten endlich handlungsrelevant werden können. Nur so entstehen bessere Entscheidungen, weniger manuelle Nacharbeit und Prozesse, die wirklich schneller werden, statt komplexer. Gleichzeitig liegt der Schlüssel in der Akzeptanz im Team: Technologie muss intuitiv sein, Nutzen sofort sichtbar machen und im Service unterstützen – nicht zusätzlichen Aufwand erzeugen. Digitalisierung ist Mittel zum Zweck, nicht das Ziel.
Strategische Weichenstellung statt Schadensbegrenzung
Christoph Gröne, Gründer & CEO GastroRocket GmbH
Die größte Herausforderung für die Gastronomie 2026 wird der Umgang mit der Mehrwertsteuersenkung sein – nicht als kurzfristige Entlastung, sondern als strategische Weichenstellung. Viele Gastronomien haben mit der Steuersenkung die Möglichkeit, sich Luft zu verschaffen und jetzt in die Zukunft zu investieren. Wer die zusätzlichen Mittel beziehungsweise attraktiveren Gäste-Preise nur zur Schadensbegrenzung nutzt, verpasst die Chance. Erfolgreiche Gastronomien investieren sie stattdessen in stabile Strukturen: ein attraktives Arbeitsumfeld für Mitarbeiter, digitale Prozesse, eine Speisekarte, die Geld verdient, und klare Markenprofile. 2026 entscheidet sich, wer lediglich überlebt – oder wer die Steuersenkung nutzt, um sein Geschäftsmodell zukunftsfest neu auszurichten.