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Tipps

Gastronomie 2026: 9 Experten über die größten Herausforderungen – und was jetzt zu tun ist

13.01.2026
7 min
Jan Eidemüller

Jan Eidemüller

Head of Sales & Consulting

LUSINI Digital GmbH & Co. KG

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Nach vielen Jahren als Gastronom baut Jan Eidemüller seit 2023 die Plattform LUSINI Digital der LUSINI Group auf. Zudem ist er TÜV-zertifizierter "Digital Professioional in der Gastronomie", regelmäßig als Speaker und Podcast-Gast im Einsatz und ein echter Fan von einem guten digitalisierten Prozess.

Autor

Gastronomie 2026: 9 Experten über die größten Herausforderungen – und was jetzt zu tun ist

Ein Blick in die Zukunft der Gastronomie

Das Jahr 2026 ist bereits in vollem Gange und mit ihm zahlreiche Veränderungen, die die Gastronomiebranche vor neue Herausforderungen stellen. Mehrwertsteuersenkung, Mindestlohnanpassungen, fortschreitende Digitalisierung, neue gesetzliche Anforderungen: Die Liste ist lang, und jeder Betrieb muss sich fragen, wie er sich für die Zukunft aufstellt.

Doch was sind die wirklich entscheidenden Themen? Wo sollten Gastronomen jetzt ihre Aufmerksamkeit und Ressourcen investieren? Um diese Fragen zu beantworten, haben wir führende Köpfe aus der Branche gefragt: Was ist aus eurer Sicht die größte Herausforderung für die Gastronomie im Jahr 2026?

Die Antworten sind so vielfältig wie die Branche selbst. Von strategischer Weitsicht über digitale Transformation bis hin zu wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Eines haben sie gemeinsam: Sie zeigen konkrete Ansatzpunkte, an denen jeder Betrieb arbeiten kann.

9 Experten, 9 Perspektiven – Die Herausforderungen der Gastronomie 2026

Wir haben führende Köpfe der Branche gefragt, was aus ihrer Sicht die größte Herausforderung für die Gastronomie im Jahr 2026 ist. Ihre Antworten zeigen: Die Themen sind vielfältig, doch eines verbindet sie alle – sie bieten konkrete Ansatzpunkte zum Handeln.

Jetzt nicht zurücklehnen

Markus Wessel, Gründer von Küchenherde.com, Digitalisierungs-Experte, Podcaster

Die größte Herausforderung 2026? Dass wir uns jetzt nach der Mehrwertsteuersenkung nicht zurücklehnen. Viele atmen gerade durch – zu Recht! Aber wer jetzt nur durchschnauft, verpasst die Chance, sich für die nächsten Wellen zu wappnen. Ob steigende Energiepreise, neue Lohnanpassungen oder unvorhergesehene Marktveränderungen – die nächste Herausforderung kommt sicher. Darum gilt es, das gewonnene Potenzial zu nutzen: Zeit wie Geld sollten jetzt in die Digitalisierung von Prozessen, die Stärkung von Strukturen und die Weiterentwicklung der Teams fließen. Jetzt ist die Zeit, das Fundament zu legen, bevor es wieder stürmisch wird.

Digitalisierung, aber pragmatisch

Prof. Dr. Sandra Bayer, Chief Anchor Officer bei anker & alpen Consulting GmbH

2026 entscheidet sich Digitalisierung nicht an der Anzahl eingesetzter Tools, sondern an spürbarer Entlastung im Betrieb durch die Verwendung der auf den Betrieb abgestimmten Systeme. Aus meiner Sicht braucht es integrierte Systeme statt Insellösungen, denn Kasse, Reservierung, Dienstplan und Warenwirtschaft müssen miteinander sprechen, damit die gesammelten Daten endlich handlungsrelevant werden können. Nur so entstehen bessere Entscheidungen, weniger manuelle Nacharbeit und Prozesse, die wirklich schneller werden, statt komplexer. Gleichzeitig liegt der Schlüssel in der Akzeptanz im Team: Technologie muss intuitiv sein, Nutzen sofort sichtbar machen und im Service unterstützen – nicht zusätzlichen Aufwand erzeugen. Digitalisierung ist Mittel zum Zweck, nicht das Ziel.

Strategische Weichenstellung statt Schadensbegrenzung

Christoph Gröne, Gründer & CEO GastroRocket GmbH

Die größte Herausforderung für die Gastronomie 2026 wird der Umgang mit der Mehrwertsteuersenkung sein – nicht als kurzfristige Entlastung, sondern als strategische Weichenstellung. Viele Gastronomien haben mit der Steuersenkung die Möglichkeit, sich Luft zu verschaffen und jetzt in die Zukunft zu investieren. Wer die zusätzlichen Mittel beziehungsweise attraktiveren Gäste-Preise nur zur Schadensbegrenzung nutzt, verpasst die Chance. Erfolgreiche Gastronomien investieren sie stattdessen in stabile Strukturen: ein attraktives Arbeitsumfeld für Mitarbeiter, digitale Prozesse, eine Speisekarte, die Geld verdient, und klare Markenprofile. 2026 entscheidet sich, wer lediglich überlebt – oder wer die Steuersenkung nutzt, um sein Geschäftsmodell zukunftsfest neu auszurichten.

Komplexität verstehen und vernetzen

Christian Fiedler, Gründer Hospitality Pioneers

Das größte Problem 2026? Dass kaum noch jemand durchblickt, wie komplex die Branche wirklich ist. Fachkräfte fehlen, Kosten steigen, Prozesse müssen digitalisiert und nachhaltiger werden – und jede einzelne Lösung hängt mit anderen Herausforderungen zusammen. Wer die Abhängigkeiten und Korrelationen zwischen Tools, Maßnahmen und Themen nicht versteht, kann am Ende weder die richtigen Partner noch die passenden Maßnahmen wählen. Die Gastronomie hat also längst nicht nur ein Umsetzungsproblem, sie hat ein Wissens- und Vernetzungsproblem, das über Erfolg oder Stillstand entscheidet

Wenn Gäste wegbleiben, muss die Branche handeln

Marc Schneer, Chefredakteur Tageskarte.io

2025 ist für die Gastronomie in Deutschland das sechste Verlustjahr in Folge – doch die größte Herausforderung eröffnet zugleich eine Chance. Kostenexplosionen haben zu Preissprüngen geführt, die Nachfrage ist extrem unter Druck. Viele Menschen leisten sich Restaurantbesuche seltener oder gar nicht mehr. Gleichzeitig gewinnen alternative Angebotsformen weiter an Bedeutung und verändern die Gästestruktur spürbar. Der Wandel zwingt die Branche, sich neu zu erfinden. Wer mutig – vor allem aber messerscharf – kalkuliert, Prozesse radikal vereinfacht und Digitalisierung intelligent nutzt, kann wieder attraktiver, zugänglicher und profitabler werden. Ansonsten droht weiterer Boden verloren zu gehen.

Mindestlohn als knallharte Realität

Rasmus Stjernholm, Gastronomieunternehmer (Gründer von BASECOFFEE), Systemexperte und Geschäftsführer der GASTROMOTION Consulting GmbH

Die größte Herausforderung der Gastronomie 2026 heißt Mindestlohn. Innerhalb von vier Jahren ist er um über 40 % gestiegen – eine Belastung, die viele Betriebe schlicht nicht überlebt haben. Ein ungelernter Minijobber kostet heute inklusive Nebenkosten rund 18,50 € pro Stunde, noch bevor er überhaupt produktiv ist. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie man langjährige Leistungsträger fair bezahlen soll, wenn Neueinsteiger bereits auf diesem Niveau starten. Wer glaubt, das allein über Preiserhöhungen ausgleichen zu können, irrt. Die Lösung liegt in maximaler Flexibilität: präzise Umsatzplanung, idealerweise KI-gestützt, und variable Personalkonzepte statt starrer Festanstellungen. Gastronomie 2026 ist kein Bauchgefühl mehr – sie ist knallharte Betriebswirtschaft.

Personalkosten steuern ohne Qualitätsverlust

Carolin Baars, Hospitality Relations Manager bei ETL ADHOGA Steuerberatungsgesellschaft AG

Viele Gastronomen unterschätzen die wahren Kosten der Mindestlohnerhöhung. Denn: Nicht nur die Mitarbeiter am Mindestlohn werden teurer. Auch alle darüber liegenden Gehälter geraten unter Druck. Ein erfahrener Servicemitarbeiter will seinen Abstand zum Mindestlohn wahren. Steigt dieser nun, erwartet er ebenfalls eine Anpassung. Und dein Schichtleiter? Der möchte auch nicht plötzlich nur noch knapp über dem einfachen Service liegen und an der Entwicklung partizipieren. Wenn sich da im Allgemeinen nichts tut, macht sich Enttäuschung im Team breit.

Digitalisieren? Ja, aber richtig!

Maximilian Schneider-Ludorff, CEO & Gründer Gastro-Beratung.de

Die größte Herausforderung der Gastronomie 2026 ist nicht zu wenig Digitalisierung, sondern die falsche. Viele Betriebe ersticken heute an Einzellösungen: Kassensystem hier, Reservierung dort, Personalplanung separat. Das kostet Zeit, Nerven und am Ende Geld. 2026 wird nicht der Betrieb gewinnen, der die meisten Tools nutzt, sondern derjenige, der seine Prozesse wirklich verstanden und sinnvoll vernetzt hat. Technologie muss Mitarbeitende entlasten und Service vereinfachen – für Gast und Personal – und nicht zusätzliche Komplexität schaffen durch ein Tool über dem anderen und falsch verstandene Modernisierung am Gast vorbei, der irritiert ist, wenn er mit digitalen Lösungen an der falschen Stelle konfrontiert wird, anstatt mit komfortablen Lösungen an der richtigen Stelle. Wer Digitalisierung als Strategie begreift und als Möglichkeit, den persönlichen Service einen Schritt weiter zu denken und nicht als Einkaufsliste für möglichst viele Werkzeuge und Technologie – verschafft sich einen echten Wettbewerbsvorteil.

Nachhaltigkeit als Chance

Antje de Vries, Gründerin CIA (Culinary Identity Agency)

Unsere Gesellschaft entschlossen und genussvoll in eine nachhaltige und gesunde Zukunft zu bringen ist die Herausforderung und Chance für die Gastronomie.

 

Der Weg nach vorne

Die Expertenstimmen machen deutlich: 2026 wird kein Jahr, in dem man sich zurücklehnen kann. Die Herausforderungen sind real, aber genauso real sind die Chancen für diejenigen, die jetzt handeln.

Egal ob Digitalisierung, Personalkostenoptimierung oder strategische Neuausrichtung: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um aktiv zu werden. Die gute Nachricht? Du musst nicht alles auf einmal angehen.

Such dir ein Thema aus, das für deinen Betrieb am relevantesten ist, und leg los. Kleine Schritte führen oft zu den größten Veränderungen. Ob du deine Prozesse optimierst, dein Team neu aufstellst oder endlich das richtige digitale Setup findest – entscheidend ist, dass du ins Handeln kommst.

Die Zukunft gehört denen, die sie aktiv gestalten. Und 2026 bietet dafür alle Möglichkeiten.

Welche Herausforderung gehst du als Erstes an?

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